In der Nacht treffen
sich unsere Gedanken bei den Sternen
und weben zarte Träume aus Gefühlen,
die bei Tageslicht wieder zu Staub zerfallen.
© Erika Flickinger
Schlüssel des Lebens
Das Leben gleicht einem Strand,
an den der Ozean des Schicksals
unermüdlich neue Dinge
an deine Seele spült.
Es können neue Menschen sein,
denen du begegnest,
Worte und Weisheiten,
Erlebnisse,
Gedanken.
Wie Muscheln liegen sie
an deinem Strand.
Warten darauf
von dir gefunden zu werden.
Manche bleiben dort lange liegen,
andere werden von der nächsten Flut
zurückgezogen ins Meer,
waren nur kurze Besucher.
Nur wer sie aufsammelt
und ihre Schönheit,
ihre Wahrheit und Struktur
im hellen Licht betrachtet,
dem erzählen sie
ihrer Geschichte
von der Reise
durch das tiefe Meer.
Du musst sie nicht besitzen,
das gleicht einem
hoffnungslosen Kampf
gegen die Urgewalt des Meeres –
trage ihre Geschichten nur
tief in deinem Herzen.
Sie können der Schlüssel sein
für die Geheimnisse des Lebens,
für die Schatzkisten
an deinem Strand,
oder sind es selbst.
Habe also keine Angst
vor einer rauen,
stürmischen,
und bewegten See.
Sie wird dir mehr Muscheln
an den Strand spülen,
als ein ewig flaches Meer
bei Sonnenschein.
Genieße die sonnigen Stunden
bei Ebbe
und sei tapfer bei Sturm
und hohen Wellen.
Das Bild des Sandes
an deinem Strand
ist vergänglich
und jeden Tag neu.
Gezeichnet von den Menschen
und bereinigt von der Flut.
Besuche auch andere Strände,
an denen der Wind das Meer
aus einer anderen Richtung
an das Ufer treibt.
Vertraue auf dein Gefühl
welche Muschel dir gefällt.
Aber nimm dir auf jeden Fall die Zeit,
die Muscheln zu betrachten.
Halte sie in die Sonne
und schenk ihrem Rauschen dein Ohr.
Hanns Kronenberg
Man braucht Kraft um stark zu sein,
aber man muss Mut haben, um höflich zu sein.
Man braucht Kraft um sich zu verteidigen,
aber man muss Mut haben, um vertrauen zu haben.
Man braucht Kraft um einen Kampf zu gewinnen,
aber man muss Mut haben, um sich zu ergeben.
Man braucht Kraft um recht zu haben,
aber man muss Mut haben um zu zweifeln.
Man braucht Kraft um stabil zu bleiben,
aber man braucht Mut, um aufrichtig zu bleiben.
Man braucht Kraft um das Leiden eines Freundes zu sehen,
aber man braucht Mut, um sein eigenes Leiden zu fühlen.
Man braucht Kraft um seine eigenen Fehler zu verbergen,
aber man braucht Mut um dieselben zu einzugestehen.
Man braucht Kraft um das Unrecht zu ertragen,
aber man braucht Mut, um dasselbe zu beenden.
Man braucht Kraft um alleine zu bleiben,
aber man braucht Mut, um Hilfe zu bitten.
Man braucht Kraft zum Lieben,
aber man braucht Mut, um geliebt zu werden.
Man braucht Kraft um zu überleben,
aber man braucht Mut zum Leben.
Berthold Auerbach
Manche Menschen sind wie Fenster zum Himmel,
ihre Augen leuchten wie Sterne,
man kann durch sie hindurch ins Paradies schauen.
Sie sagen uns Worte, die sind wie Himmelsbrot,
das uns sättigt und stärkt.
Sie fliegen herbei mit riesigen Engelsflügeln,
sie wedeln uns Zuversicht entgegen,
ihr Lächeln zündet tausend Kerzen an
in unserer Dunkelheit.
Manche Menschen sind wie Fenster zum Himmel,
ihr Lächeln zündet tausend Kerzen an in der Dunkelheit.
Manche Menschen bleiben für immer in unseren Herzen.
Ute Latendorf

Für das Vogelkonzert am frühen Morgen,
für die Sonnenstrahlen,
die uns hinauslocken in die Natur,
für die ersten Frühlingsblumen nach dem Winter,
für die langen, lauten Sommerabende,
für den Anblick herbstlich leuchtender Bäume,
für einen warmen Tee in kalter Jahreszeit,
für Musik, die das Herz berührt,
für die Atempausen im Alltag,
für all die Menschen, die wir lieben,
für unsere Dankbarkeit
und die unermüdliche Hoffnung.
Claudia Peters
Ich schicke dir Kraft,
die meiner Gedanken,
der Träume
und Gebete.
Sende dir Liebe, Wärme und Vertrauen
in dich selbst und das Leben.
Denk an dich, auch ohne Worte.
Wie das Atmen ist das unwillkürlich und beständig,
ganz tief bewusst.
Ein Bündel packe ich aus dem Segen und allem Schönen
und Guten für dich,
binde es ganz vorsichtig auf einen Schmetterlingsrücken.
Sieh, sanft schwebt es zu dir
als Frühlingsbote.
Maria Sassin
Manchmal braucht es nur einen kleinen Schritt zur Seite.
Auf der Wiese nebenan flüstern die Schmetterlinge dir zu,
die Sonne küsst dich mitten ins Blaue
und wenn du die Sorgendecke kräftig schüttelst,
kannst du das Leben darunter lachen hören.
Isabella Schneider
Wohin soll ich gehen,
wer zeigt mir den Weg,
wer schenkt mir Vertrauen,
wer gibt mir Mut ?
Ich frag meinen Engel, er lächelt sanft.
Der Weg wird dich finden, schenk dir Vertrauen,
tu was du kannst.
Peter Schiestl
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